Eine Professorin im Kinderbuch!

Hurra, ich habe sie gefunden: Meine erste Professorin in einem Kinderbuch. Seit Jahren suche ich für meine Töchter nach Rollenvorbildern im Kinderbuch. Irgendwie gab es im Kindersachbuch und auch in der Kinderbelletristik nur Professoren, meist alt und aus den Naturwissenschaften. Es gab aber keine Leute wie mich, also Wissenschaftlerinnen, mittelalt und aus den Kulturwissenschaften. Das ist natürlich nicht so archetypisch abzubilden, ich trage z.B. bei der Arbeit keinen weißen Kittel und habe auch noch nicht so weiße Haare wie Albert Einstein.

So fragte ich in inhabergeführten Buchhandlungen nach Büchern, in denen mal eine Wissenschaftlerin – und nicht nur als Assistentin – auftaucht. Und die Mitarbeiterinnen gaben sich wirklich Mühe – aus der Ritterschen in Soest bekam ich noch Wochen nach meiner Anfrage eine Antwort, so lange hatten sie gesucht!

Und nun las ich David Walliams: Die schlimmsten Kinder der Welt (Dieser Link ist Werbung). Ach, ich las nicht, ich versuchte, durch das Buch zu kommen, immer wieder kurz davor, es wegen des abzusehenden Ekels im nächsten Kapitel vielleicht doch besser zur Seite zu legen. Die Kinder in diesem Buch machen nämlich allerhand mit ihrem Sabber, ihren Läusen, ihren Popeln, ihrem Müll und natürlich ihren Pupsen. Vierjährigen Zuhörerinnen leuchten die Augen, endlich Inspiration!

Doch dann: Meine erste Professorin im Kinderbuch! Weißer Laborkittel! Brille! Strubbelige weiße Haare! Eine Alberta Einstein quasi, aber immerhin, sonst erkennt das natürlich auch kein erwachsener Vorleser. Frau Professorin (ohne weiteren Namen) erfindet eine Vorrichtung, um eine Porzellansammlung – ich fühle mich gleich zuhause 🙂  – vor einer Zappelphilippa zu schützen. Und weltfremd, wie sie gehörigerweise ist, bedenkt sie nicht, dass riesige Gummiblasen für Kinder eben auch hopsen, wenn sie angedotzt werden. Und so richtet die Erfindung der Professorin ein Pandemonium unter Vasen, Figuren und Tellern an.

Ich mag wirklich nicht empfehlen, dieses Buch zu lesen, es sei denn, Ihr seid nach den vielen Kinderkörperflüssigkeiten und anderen Hervorbringungen schon wieder lachbereit. Aber ins Regal stellen und ihm huldigen, das dürfte gehen!