KinderGeld-Tipp 1/2019

Bücher rezensieren

Wir haben in „KinderGeld“ und den beiden folgenden Projekten beobachtet, dass „irgendwas mit Büchern“ immer zu unseren Kerngeschäften gehört. Wir haben gelesene Bücher verkauft, die Verwandtschaft ermuntert, uns ausgelesene Bücher zum Verkauf zu überlassen, ein Buch selbst geschrieben und verkauft, die Verwandtschaft ermuntert, das Buch auch zu kaufen, also: Mit den Büchern kamen wir ein großes Stück weiter.

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Allerdings haben wir auch festgestellt, dass wir ganz schön viel Geld für Bücher ausgeben. Also fragten wir uns, wie wir weiterhin genügend Lesestoff haben, aber bei der Anschaffung sparen.

Klassisch habt Ihr bestimmt selbst die Antwort: Bibliothek statt Buchhandel. Das hat sich bei uns allerdings nicht als wirtschaftliche Lösung herausgestellt, denn wir sind prima Ausleiher, aber schlechte Zurückgeber, so dass Mahngebühren anfielen. Vermeidbar, wir wissen es, aber schaffen es nicht, danach zu handeln. Zumal es auch bedeutet, im Zweifel für ein fälliges Buch von unserem ländlichen Wohnsitz in die Stadt zu fahren (Tankkosten!) und dort einen Parkplatz zu mieten (Parkticket!), und garantiert hat dann eines der Mädchen Hunger oder Durst oder beides und die anderen sollen nicht benachteiligt werden (Essen/Trinken to go! Vermeidbar, wir wissen es). Also ist mein Fazit zum Sparmodell Bibliothek: für fristenbewusste Stadtbewohner eine gute Sache. Für Landbewohner mit hohem Lesebedarf und schlechtem Fristmanagement keine wirkliche Ersparnis.

Der zweite Weg führte über gebrauchte Bücher. Klar, klassisch auf dem Flohmarkt, aber auch über diverse online-Plattformen. Wir profitierten also von beiden Seiten des Handels mit gebrauchten Büchern. Hier haben wir sicherlich unser Budget geschont. Weiß jemand eigentlich, was aus Bookcrossing und anderen Tauschplattformen geworden ist? Ich nutzte das vor ca. 5 Jahren, dann gab es allerlei Probleme mit Datenschutz und Kosten usw. und die Plattformen wurden geschlossen. Sind sie wieder auf? Außerdem fiel mir zum Thema „Handel mit gebrauchten Büchern“ ein, dass die Buchhändler ja so sehr klagen, dass alle die Bücher nur noch bei amazon kaufen. Die Statistiken zeigen, dass der Effekt eigentlich nicht so schlimm ist wie andere online-Möglichkeiten, nämlich eben jene Gebrauchtbuchmärkte und die direkten Verlagsbestellungen. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Der dritte Weg brachte uns zur Neuware. Wir suchten nach Buchneuerscheinungen, die uns interessierten, und boten Verlagen und Autorinnen an, Rezensionen zu verfassen. Dafür bekamen wir das jeweilige Buch dann kostenlos zugeschickt. Wir lasen, besprachen miteinander, was uns gefiel und was nicht, verfassten eine Bewertung und posten die auf amazon, in Foren, auf Websites. Das war eine schöne Arbeit; zudem übten wir, nach welchen Kriterien uns eigentlich Bücher und Geschichten gefallen, es war gemütlich, beieinanderzusitzen und über Bücher zu sprechen – und wir haben gespart.

50€ für ca. 4 Bücher sind in die KinderGeld-Kasse gewandert.

Voraussetzungen: Lesefähigkeit, Lesefreude, Zeit für das Gespräch über Bücher, Überwindung, auch negative Aspekte zu notieren und konstruktiv zu verpacken, Internetrecherche nach Rezensionsexemplaren, z.B. hier (große Verlage bekommen allerdings viele Anfragen!):

https://www.carlsen.de/blogger

https://rezi-suche.de/index/blogs.html

Diskussion, die dem Buch-für-umsonst kritisch begegnet: https://www.lovelybooks.de/thema/Rezensionsexemplare-erbitten-alles-umsonst-oder-wie–697192196/

Wenn Ihr einen facebook-Account habt, könnt Ihr ins Suchfenster eingeben: „Testleser gesucht“ oder „Rezension gesucht“ – dort wird sowohl von AutorInnen als auch von Verlagen gesucht.